Digitalisierung & KI

Software für gemeinnützige Organisationen in der Schweiz

Welche Software brauchen Vereine, Stiftungen und NGOs in der Schweiz? Die gängigen Ansätze, Anbieter von Spendenformularen und was das kostet.

Ob Verein mit 300 Mitgliedern, Stiftung oder Hilfswerk mit Tausenden Spenderinnen und Spendern: Irgendwann reichen Excel-Listen und ein Buchhaltungsprogramm nicht mehr. Dann steht die Frage im Raum, welche Software es für gemeinnützige Organisationen in der Schweiz überhaupt gibt und worauf ihr bei der Auswahl achten solltet. Dieser Beitrag ordnet die Möglichkeiten ein. Wir sind selbst Anbieter, deshalb halten wir uns bei den anderen an das, was sie auf ihren eigenen Websites veröffentlichen.

Welche Softwarelösungen gibt es?

Gemeinnützige Organisationen in der Schweiz setzen typischerweise auf eine von drei Varianten:

  1. Eine generische CRM-Plattform, die auf NPO-Prozesse angepasst wird. Solche Systeme sind für Verkauf und Unternehmensprozesse gebaut; Spendenverwaltung, Spendenbestätigungen oder Mitgliederbeiträge werden im Projekt ergänzt.
  2. Mehrere Einzeltools für Spenden, Mitglieder und Events, die über Schnittstellen verbunden werden. Jedes Tool kann für sich gut passen. Der Aufwand liegt in den Verbindungen, damit eine Person, die spendet, Mitglied ist und sich für einen Kurs anmeldet, nicht dreimal geführt wird.
  3. Eine Branchenlösung, die diese Bereiche bereits vereint. Spenden, Mitglieder, Anlässe und Newsletter laufen auf einem Datenbestand.

Welche Variante passt, hängt von eurer Grösse, euren Abläufen und eurem Budget ab. Für kleinere Organisationen ist wichtig, dass sie klein starten können, etwa nur mit der Spenden- oder der Mitgliederverwaltung, und später ausbauen, ohne das System zu wechseln.

Was in der Schweiz besonders zählt

Einige Anforderungen kommen in Schweizer Organisationen fast immer vor:

  • Datenschutz nach revDSG, bei Kontakten in die EU auch nach DSGVO, und die Frage, wo die Daten liegen.
  • TWINT und QR-Rechnung als Zahlungsarten, die Spenderinnen und Mitglieder erwarten.
  • Eine Verbuchung, die mit Schweizer Banken zusammenarbeitet, damit Zahlungseingänge nicht von Hand abgehakt werden müssen.
  • Spendenbestätigungen für die Steuererklärung, am besten in einem Lauf zum Jahresbeginn.

Welche Anbieter von Online-Spendenformularen gibt es?

Für Schweizer NPOs gibt es im Wesentlichen drei Arten von Lösungen:

  • Zahlungsdienstleister, die ein Spendenformular mitliefern.
  • Fundraising-Plattformen, die Formular, Quittung und Auswertung bündeln.
  • Integrierte NPO-Lösungen, bei denen das Spendenformular Teil des CRM ist.

Ob die Spenden danach automatisch bei der richtigen Person in eurer Datenbank landen, hängt von den Schnittstellen ab, die ein Anbieter mitbringt.

Vier Angebote für Schweizer Organisationen, in alphabetischer Reihenfolge. Die Angaben stammen von den Websites der Anbieter (Stand 5. November 2026); Preise und Funktionen ändern sich, prüft sie vor einem Entscheid selbst.

FundraisingBox (Wikando GmbH, Augsburg) ist eine Fundraising-Plattform mit Spendenformularen, einem eigenen CRM und Spendenquittungen per E-Mail oder Post.

  • Zahlungsarten: TWINT, Kreditkarte, PayPal, Apple Pay und Google Pay; SEPA-Lastschrift als Zusatz «Wikando Lastschrift».
  • Preis: 4 % pro Transaktion, ohne Einrichtungsgebühr und ohne Fixkosten, monatlich kündbar; dazu die Gebühren der Zahlungsanbieter und die Mehrwertsteuer.
  • Hosting: Die Daten liegen laut Anbieter in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland.

Good Pay ist unser eigenes Produkt (Goodvantage, Sursee), eine integrierte NPO-Lösung. Die Formulare lassen sich einzeln in eine Website einbinden oder mit Good NPO verbinden. Die Online-Zahlungen wickelt Payrexx ab.

  • Zahlungsarten: TWINT und Karten im Formular; Lastschriften über PostFinance Direct Debit.
  • Preis: Die Freemium-Version kostet CHF 0.– pro Monat und nichts für die Einrichtung; pro Online-Zahlung fällt eine Plattformgebühr von 1 % an, dazu die Konditionen von Payrexx.
  • Mit einer Good NPO Lizenz: Die Plattformgebühr entfällt. QR-Rechnung und Bankabgleich über EBICS kommen dazu, der auch SEPA-Überweisungen abgleicht; Zahlungen per QR-Rechnung oder Überweisung kosten dann keine Zahlungsgebühren.

Payrexx (Payrexx AG, Thun) ist ein Zahlungsdienstleister mit eigenem Spendenformular. Das Formular wird bei Payrexx gehostet und lässt sich in eine Website einbinden; eine eigene Website ist dafür nicht nötig.

  • Zahlungsarten: TWINT, Karten wie Visa und Mastercard und weitere Zahlungsmittel aus einer Hand, dazu die QR-Rechnung. Wiederkehrende Spenden sind monatlich, vierteljährlich oder jährlich möglich, mit einem Zahlungsanbieter, der wiederkehrende Zahlungen unterstützt.
  • Preis: Abos mit Transaktionsgebühren je Zahlungsart; anerkannte gemeinnützige Organisationen erhalten 50 % Rabatt auf alle Abos.

RaiseNow (RaiseNow AG, Zürich) ist eine Fundraising-Plattform mit Spendenformularen in zwei Paketen.

  • «Free»: Kostet keine Fixkosten und eine Plattformgebühr von 1,3 bis 2,5 % je nach Formular. Die Zahlungsarten sind TWINT, Kreditkarte, PayPal, Google Pay und Apple Pay. Wiederkehrende Spenden sind möglich, ausser mit TWINT, und TWINT lässt sich in den QR-Einzahlungsschein einbinden.
  • «Growth»: Kostet ab CHF 225.– pro Monat, mit einer Plattformgebühr von 0,5 bis 4,4 % je nach Paket. Dazu kommen weitere Zahlungsarten wie LSV, Banküberweisung und Swiss QR, automatische Spendenquittungen und CRM-Integrationen (etwa Salesforce oder Microsoft Dynamics 365) als Zusatz.
  • Gebühren: Die Plattformgebühr kommt zur Gebühr des Zahlungsdienstleisters dazu.

Für die Schweiz entscheidend sind TWINT, die QR-Rechnung und ein automatischer Abgleich mit dem Bankkonto. Welche dieser Punkte ein Angebot abdeckt und in welchem Paket, unterscheidet sich, wie die Liste zeigt.

Welche Payment-Lösungen eignen sich für Non-Profits?

Für Non-Profits zählen andere Kriterien als im Onlineshop:

  • tiefe Transaktionsgebühren statt Warenkorb-Optimierung,
  • wiederkehrende Spenden,
  • korrekte Spendenbestätigungen,
  • ein Abgleich, der auch Einzahlungen per Bank erfasst.

Konkret heisst das für die Schweiz TWINT, QR-Rechnung und Lastschrift, für Deutschland und Österreich SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift. Bei der Lastschrift gehen die Angebote oben verschiedene Wege:

  • RaiseNow nennt LSV im Paket «Growth».
  • FundraisingBox bietet SEPA-Lastschrift als Zusatz an.
  • Good Pay zieht Lastschriften über PostFinance Direct Debit ein; LSV und SEPA-Lastschrift gehören bei Good Pay heute nicht dazu.

Fragt jeden Anbieter, welche Zahlungsarten er heute tatsächlich abdeckt, und in welchem Paket.

Welche digitalen Tools braucht das Fundraising?

Im Fundraising braucht es meist vier Bausteine:

  1. ein Online-Spendenformular mit den in der Schweiz üblichen Zahlungsarten,
  2. eine Spenderdatenbank für die Historie und die Spendenbestätigungen,
  3. ein Werkzeug für Kampagnen und Newsletter,
  4. eine Auswertung, die zeigt, welche Kampagne welchen Ertrag gebracht hat.

Diese Bausteine lassen sich einzeln beschaffen oder als Ganzes. Einzeln seid ihr flexibler, dafür pflegt ihr die Verbindungen dazwischen. Als Ganzes stimmen die Daten ohne Exporte überein.

Was kostet Software für gemeinnützige Organisationen?

Bei Spendenformularen gibt es zwei verbreitete Preismodelle:

  • Ohne Fixkosten, mit einer prozentualen Gebühr pro Spende. So rechnen etwa RaiseNow «Free», FundraisingBox und die Freemium-Version von Good Pay ab.
  • Ein Abo plus Transaktionsgebühren. So rechnet etwa RaiseNow «Growth» ab; Payrexx bietet Abos in mehreren Stufen, jeweils mit Transaktionsgebühren je Zahlungsart.

Welches günstiger ist, hängt vom Spendenvolumen ab. Bei grösseren Beträgen lohnt sich ein Blick auf die Überweisung per QR-Rechnung, die je nach Anbieter weniger kostet als eine Kartenzahlung.

Für eine ganze NPO-Software achtet beim Vergleich auf vier Punkte:

  • Einführung: Wird sie zum Fixpreis offeriert oder nach Aufwand abgerechnet?
  • Laufende Lizenz: Was ist im monatlichen Preis enthalten (Hosting, Updates, Backups, Support)?
  • Kosten pro Benutzer: Sie treiben den Preis, sobald Vorstand, Geschäftsstelle und Freiwillige Zugang brauchen.
  • Transaktionsgebühren: Sie fallen bei Online-Spenden zusätzlich an.

Zum Vergleich unsere eigenen Preise:

  • Die Einführung von Good NPO kostet einen Fixpreis ab CHF 10'000.–, der nach einem Vorprojekt verbindlich festgelegt wird.
  • Die Lizenz beginnt bei CHF 200.– pro Monat, Kosten pro Benutzer gibt es keine.

Alle Details stehen auf der Preisseite.

Checkliste für die Auswahl

Diese Fragen helfen, Angebote vergleichbar zu machen:

  • Wo werden unsere Daten gehostet, und geht das auf Wunsch ausschliesslich in der Schweiz?
  • Sind TWINT, QR-Rechnung und der Bankabgleich dabei, und in welchem Paket?
  • Erstellt die Software die Spendenbestätigungen in einem Lauf?
  • Existiert eine Person, die spendet und Mitglied ist, einmal oder zweimal?
  • Gibt es Kosten pro Benutzer?
  • Können wir die Daten jederzeit exportieren, und wie abhängig sind wir von einem einzelnen Hersteller?

Wo Good NPO steht

Good NPO ist eine Branchenlösung aus Sursee: modular aufgebaut, auf den Open-Source-Plattformen Frappe und ERPNext, mit Spendenverwaltung, Mitgliederverwaltung, Event-Verwaltung und Newsletter auf einem Datenbestand. Das Spendenformular dazu ist Good Pay. Good NPO läuft je nach Installation auf unseren eigenen Servern in der Schweiz oder bei Hetzner in Deutschland; ein Hosting ausschliesslich in der Schweiz bieten wir gegen Aufpreis an.

Wie das für Dachverbände, Hilfswerke und Vereine konkret aussieht, zeigt die Seite Für wen.

Wie sieht das bei euch aus?

Erzählt uns, wie ihr heute arbeitet, und wir zeigen euch, wie Good NPO dazu passt. Oder probiert die Demo gleich selbst aus.